Die aktuelle Stefan Ochs Wettermail:
um weiteren Missverständnissen vorzubeugen möchte ich darauf hinweisen, dass ich anders als in der letzten Wettermail fälschlicherweise angedeutet, die trockenere Luft am Samstag mit dem Nordostwind nicht persönlich durchsetzen werde. Insbesondere da es sich nach den neuesten Berechnungen um ungewöhnlich trockene Luft handeln wird, die ihren Ursprung weit weg in den Polargebieten nördlich des Nordkaps hat. In der Folge werden für Sonntag und Montag Taupunkte von nur rund 4 Grad erwartet. Das wirft die Frage auf, wie wahrscheinlich Bodenfrost in den Nächten von Samstag auf Sonntag bzw. Sonntag auf Montag ist. In den Wetteraufzeichnungen seit 1949 ist der früheste Bodenfrost an der Bamberger Wetterstation mit -0,6 Grad am 16. September 1971 und an der Nürnberger Wetterstation mit -0,4 Grad am 30. August 1959 verzeichnet. Bamberg lag am 30. August 1959 übrigens mit minimal +0,3 Grad am Boden gar nicht so viel höher als Nürnberg, für Bodenfrost hat es aber eben nicht gereicht.
Falls es wie derzeit vorhergesagt in den Nächten von Samstag auf Sonntag und von Sonntag auf Montag sternklar sein sollte und auch ein nur schwacher Nordostwind wehen wird, muss tatsächlich mit örtlichem Bodenfrost gerechnet werden. Aber selbst wenn Bodenfrost auftreten sollte, würde ich wegen der nur ganz geringen Minusgrade keine Schäden an frostempfindlichen Pflanzen erwarten.
Jedenfalls macht die Frage nach dem Bodenfrost diese eigentlich unspektakuläre Wetterlage doch wieder spannend. Das Wetter hat eben viele Facetten und jede Wetterlage ihre eigenen Reize.
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